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Meisterbetrieb
„Etwas ganz Besonderes“ Völkerwanderung vor Schieferfassade Mit Schieferfassaden in die Königsklasse Königsklasse der Schieferfassaden Neue Schieferdeckarten schaffen auch neue Märkte. Die Dynamische Rechteck-Deckung begeistert insbesondere anspruchsvolle Architekten. Der Schiefermarkt ist in Bewegung. Es gibt viele neue Deckarten: preisgünstige, elegante, ungewöhnliche, aufwendige und auch welche, die vielleicht nur wenige Male ausgeführt werden. Die Dynamische Rechteck-Deckung ist eine Deckart, die Architekten und Planer ganz besonders fasziniert und inspiriert. Alles deutet darauf hin: Sie wird Karriere machen. Erstmals wurde die Dynamische Rechteck-Deckung an einer Schule in Ailingen am Bodensee eingedeckt. Es ist wieder eine Schule, diesmal eine im Bergischen Land, in Wipperfürth, die mit dieser Deckung bekleidet wurde. Die Dachdecker sollten an diesem Gebäude ursprünglich, als Alternative zum WDVS, eine Waagerechte Rechteck-Deckung aus Schiefer montieren. Doch der Architekt hatte in der Zwischenzeit die Dynamische Deckung in einer Fachzeitschrift gesehen und konnte binnen kurzer Zeit den Bauherren von der neuen, gestalterisch anspruchsvollen, aber auch durch ihre dicht aufeinanderliegenden Steinlagen vandalismusfeste Deckart überzeugen. Der Bauherr, der Oberbergische Kreis, und alle am Objekt Beteiligten waren begeistert von der neuen Deckart. Dass in Wipperfürth eine ganz besondere Schieferfassade entstand, sprach sich auch schnell unter den Schieferkennern im Bergischen Land und dem Sauerland herum. Es entwickelte sich eine regelrechte Völkerwanderung, so die Dachdecker. Immer wieder kamen Besucher von Architekturbüros, Ämtern und Bauunternehmen vorbei um sich die neue Schönheit anzusehen. Wichtig: Arbeitsvorbereitung Dachdeckermeister Franz Kalkert studierte zuerst einige Fachartikel und kam zu dem Schluss, dass er die in Ailingen erstmals eingedeckte Dynamische Rechteck- Deckung kleinteiliger ausführen wollte. Die Steine in Ailingen erschienen ihm zu groß und die Deckung damit zu lang gestreckt. Und so entstand in Wipperfürth ein weiteres Meisterwerk, dass eben die Handschrift dieses Dachdeckers trug. Entscheidend war, so DDM Kalkert, die Arbeitsvorbereitung. Die Handwerker sollten an der abwechslungsreichen Fassade nicht allzu viel „philosophieren“. Dazu galt es, ein klares Konzept für die anspruchsvolle Arbeit zu finden. Im ersten Schritt ließ sich der Dachdecker die Gebindefolgen vom Bauherren exakt vorgeben. Es sollte nichts dem Zufall überlassen werden. Die Gebinde sollten rund um das ganze kubische Gebäude exakt auf gleicher Höhe laufen und wurden entsprechend auch über Eck weitergeführt. Auf Basis dieser Bauherrenzeichnung entwickelte der Dachdecker aus Rathscheck InterSIN Schiefern 60x30, 50x30, 50x25, 40x20, 30x20, 42x14, 37x14 und 30x15 cm einen Plan. Die 60x30 cm Steine wurden (siehe Abbildung) nach vier Mustern, die 50x30 cm großen Steine nach zwei Mustern, die 50x25 und 40x20 cm nach einem Muster mit einer wassergekühlten Diamantsäge vor Ort geschnitten. Einige Kehlsteine ergänzten die Steinsammlung. Auf diese Weise entstanden viele verschiedene schmale Steine für die drei vom Bauherren gewünschten Gebindehöhen 5, 10 und 15 cm. Bei einer von den Fachregeln vorgegebenen Höhenüberdeckung von mindestens 4 cm würden sich daraus Mindeststeinhöhen von 9, 14 und 19 cm ergeben. Das kleinste Gebinde unterliegt dabei einer besonderen Behandlung. Weil ein nur 9 cm hoher Stein im Deckbild eine sichtbar höhere Neigung hätte, als die höheren Gebinde, wurden dieses Gebinde, wegen der Optik, höher überdeckt, d. h. mit höheren Steinen als notwendig ausgeführt. Die 15er-Gebinde bestehen aus Steinen folgender Größe: 60x19, 50x19, 46x19, 40x20, 30x20, und 20x20 cm. Das 10er-Gebinde: 60x15, 50x15, 46x15, 42x14, 37x14, 30x15, 30x14 und 20x14 cm. Die 5er-Gebinde: 60x11, 50x12,5, 50x11, 46x11 und 20x12 cm. Ein Bauhelfer hatte die Aufgabe, die Steine nach Schnittmuster zu schneiden und nach Gebindehöhen sortiert abzulagern. Riefen die Dachdecker nach einer bestimmten Gebindehöhe, wurden entsprechende Steine auf die Gerüste geliefert. Die Steine wurden so verlegt, dass die Stoßfugen einen Versatz von mindestens 5 cm hatten. Zur Hinterlegung der Stoßfugen wurden aus 200 x 100 cm großen, schwarz lackierten Aluminiumblechen im ersten Schritt 10 cm breite Aluminiumstreifen und daraus 20x10 cm große Tafeln geschnitten. Nachhaltige Alternative Schieferfassade  Das neu errichtete Gebäude ist ein Erweiterungsbau einer bestehenden Berufsschule. Kaum anzusehen ist dem ansprechend gestalteten Objekt, das dem aparten Entwurf ein modulares Bausystem zugrunde liegt. Das neue Schulgebäude entstand in wenigen Tagen aus großen Raumzellen. Ursprünglich war geplant, den Neubau mit einem WDVS zu bekleiden. Die Schieferfassade galt als eine Alternative. Es ist eine Alternative, die im Zuge der immer stärker werdenden Diskussion um nachhaltiges Bauen insbesondere vonseiten der öffentlichen Hand an Bedeutung gewinnt. Fassaden wie die in Wipperfürth brauchen eine Diskussion um nachhaltiges Bauen nicht zu fürchten. Und wenn die Gestaltung so gelungen ist wie dort, kann das gesamte Dachdeckerhandwerk damit bestens für sich werben. Die elegante, natürliche und dazu besonders solide Fassade vermochte die Bauverwaltung des Bergischen Kreises so zu begeistern, dass man bereit war, für diese Qualität auch mehr Geld auszugeben. Dazu galt es allerdings Argumente wie Nachhaltigkeit, Natürlichkeit, Unbedenklichkeit, Güte, Ästhetik, Wartungsarmut und z.B. hohe Akzeptanz bei Jugendlichen in ein Gleichgewicht zu den Kosten zu bringen. Dass diese Argumentation gelingt, beweist das ausgeführte Objekt.   Bewährt, sicher, warm Statt des geplanten WDVS wurde die Außenhülle auf eine vorgehängte, hinterlüftete Schieferfassade umgeplant. Hier sind insbesondere bezogen auf die Wasserführung an der Fassade bewährte wie zuverlässige Details realisierbar. Das Stahlskelett der Raummodule mit 150 mm Wärmedämmung zwischen den Tragwerken war von außen mit einer zementgebundenen Holzspanplatte beplankt. Darauf bauten die Dachdecker eine waagerechte Holz-Grundlattung 60 x 60 mm auf und verfüllten die Zwischenräume mit 60 mm Mineralwolle. Eine diffusionsoffene Unterspannbahn deckte diese Lage ab. Darauf folgte eine senkrechte Konterlattung (3 x 5 cm) und die 24-mm-Vollschalung. Die Vollschalung ist im Zuge der Schieferarbeiten mit einer diffusionsoffenen Unterdeckbahn abge-deckt worden. Die Dämmung der Fassade aus insgesamt 210 mm Mineralwolle wurde durch eine Flachdachdämmung mit einer Dicke von rund 300 mm ergänzt.
einer zementgebundenen Holzspanplatte beplankt. Darauf bauten die Dachdecker eine waagerechte Holz-Grundlattung 60 x 60 mm auf und verfüllten die Zwischenräume mit 60 mm Mineralwolle. Eine diffusionsoffene Unterspannbahn deckte diese Lage ab. Darauf folgte eine senkrechte Konterlattung (3 x 5 cm) und die 24-mm-Vollschalung. Die Vollschalung ist im Zuge der Schieferarbeiten mit einer diffusionsoffenen Unterdeckbahn abge-deckt worden. Die Dämmung der Fassade aus insgesamt 210 mm Mineralwolle wurde durch eine Flachdachdämmung mit einer Dicke von rund 300 mm ergänzt. Für die Ecken wurde ein zweiteiliges Eckprofil entwickelt, das die robuste Fassade auch in diesen stoßgefährdeten Bereichen schützt. Die auffallend gestalteten grünen Fensterrahmen wurden speziell für eine hinterlüftete Schieferfassade umkonstruiert und erhielten u.a. eine grundsolide Wasserführung. Die Rahmen wurden zum Teil auf die Vollschalung geschraubt, zum Teil an den Fensterrahmen fixiert. Oberhalb des Fensters liegt der Schiefer auf einem Schenkel des Rahmens auf, seitlich läuft die Schieferfläche hinter den Rahmen und ist mit Zinkwinkeln gesichert. Fazit: Der Anbau der Berufsschule in Wipperfürth wurde mit der Dynamischen Rechteck-Deckung als alternative Variante zum WDVS ausgeführt. Für eine wärmegedämmte und hinterlüftete Schieferfassade sprach der Ansatz der Nachhaltigkeit, die hohe ästhetische Qualität und die Vandalismusfestigkeit. Solide Arbeitsvorbereitung und engagierte Ausführung sprechen für das Dachdeckerhandwerk. Bautafel Objekt: Erweiterungsbau des Berufskollegs Wipperfürth Bauherr: Oberbergischer Kreis Architekt: für SÄBU: Mike Würden, M. Sc. Dipl.-Ing. (FH) Architektur Bauunternehmen: SÄBU Systembau, Morsbach Dachdecker: DDM Franz Kalkert, Heinze Bedachungen, Birken-Honigsessen Schiefer: 580 m² Fassadenfläche, Rathscheck Schiefer, InterSIN Abbildungen: Foto A1: Konzentriertes Arbeiten an der Dynamischen Rechteck-Deckung in Wipperfürth.  Foto B1: Für jede Gebindehöhe der passende Steinsatz. Foto C1 + C2: Arbeitsvorbereitung ist wichtig: Reihe für Reihe müssen die richtigen Steine vor Ort sein. Foto D1: Steinauswahl und Schnittmuster. Foto E1 bis E4: Erweiterungsbau des Berufskollegs Wipperfürth mit innovativer Schieferfassade. Foto F1 bis F3: Edle Perspektiven, auch für das Schieferdeckerhandwerk. Foto G1: Südgiebel, wie eine Musterfläche. Foto H1: Reizvolle Kontraste zwischen Schiefer und grünen Fensterblenden. Foto I1 bi I4: Ansichten der Dynamischen Rechteckdeckung im Detail.